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01.02.2006

SPD-Ortsgespräch: Erster Spatenstich für Heidebahn garantiert 2007“ /
In 30 Minuten von Schwarmstedt nach Hannover

Schwarmstedt. Zu einem sehr gut besuchten SPD-Ortsgespräch hatten  die Schwarmstedter Sozialdemokraten und die die SPD-Kreistagsfraktion am Abend des 1. Februar in den Uhle-Hof in Schwarmstedt eingeladen. Von Seiten der Bahn standen Matthias Oetting von der DB Projektbau und Michael Käufer, Leiter  des Bereichs Anlagenmanagement Regionalnetze, zur Verfügung. Als Bundespolitikerin war die Abgeordnete Monika Griefahn und als Landespolitiker der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD Landtagsfraktion Dieter Möhrmann nach Schwarmstedt gekommen. Die Gesprächsleitung hatte Björn Gehrs, Bahn und Politik standen beim SPD-Ortsgespräch in Schwarmstedt Rede und AntwortVorsitzender des SPD-Ortsvereins Schwarmstedt, übernommen.

Jetzt haben wir schon wieder sieben Monate Verspätung beim Verfahren“, erläuterte der Landtagsabgeordnete Dieter Möhrmann und informierte über die Gesprächsergebnisse des Vormittages an dem bereits ein Treffen zum Thema Bahn bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) stattfand. „Aber jetzt können wir davon ausgehen, dass es tatsächlich losgeht.“ 100 Mio Euro soll gemäß der ersten Planung die Ertüchtigung der Heidebahn kosten, um dann mit Tempo 120 km/Stunde im Stundentakt für eine schnelle Verbindung zwischen Buchholz und Bennemühlen zu sorgen. Die Maßnahme soll in drei Bauabschnitten realisiert werden: im 1. Bauabschnitt zwischen Bennemühlen und Walsrode, im 2. zwischen Walsrode und Soltau und im 3. Bauabschnitt zwischen Soltau und Buchholz. Der erste jetzt in Angriff genommene Abschnitt scheint sich finanziell günstiger realisieren zu lassen als geplant, dafür wird es voraussichtlich zwischen Walsrode und Soltau mit teilweise verlegter Streckenführung zu Mehrkosten kommen.

Bis Ende März 2006 soll der 2. Abschnitt von Walsrode bis Soltau geplant sein und bis Anfang Juni 2006 soll die Planung von Soltau bis Buchholz/ Nordheide vorgelegt werden. Mitte des Jahres 2007 soll der erste Spatenstich für die Baumaßnahmen zwischen Bennemühlen und Walsrode erfolgen. Nach Fertigstellung des Streckenausbaus soll die Fahrzeit zwischen Soltau und Hannover 66 statt bisher 90 Minuten betragen. Für Einwohner aus der Samtgemeinde bedeutet dies, dass sie in 30 Minuten von Schwarmstedt und von Lindwedel in 23 Minuten in Hannover sind. Und die Züge sollen durchgebunden sein, ohne Umsteigen in Bennemühlen. Wenn die Kommunen alle mitmachen und man um ein Planfeststellungsverfahren herumkomme, könne alles schneller gehen. Zugleich wies der SPD-Politiker auf die zukünftige EU-Förderung hin: „Im Zeitraum der Jahre 2007 bis 2010 oder sogar 2013 fließen EU-Mittel in diese Region. Für den 2. und 3. Bauabschnitt könnte man eventuell hiervon Mittel heranziehen und Investitionen in die Heidebahn-Strecke fördern.“

Aber auch bei den Tarifen soll es Verbesserungen geben. Der SPD-Kommunalpolitiker Björn Gehrs berichtete von seinen Gesprächen mit der Hannover-Region über eine Ausweitung des „Schwarmstedt-Tarifs“. Bei der Hannover-Region werden derzeit die Voraussetzungen geschaffen, damit die Verhandlungen über eine Erweiterung des günstigen „Schwarmstedt-Tarifes“ auf Tageskarten und Einzelfahrkarten beginnen können. Ende 2006 sollen die notwendigen Zahlen zusammengestellt werden und bei günstigem Verlauf können schon 2007 Bahnkunden aus Schwarmstedt und Lindwedel auch mit Einzelfahrkarten oder Tageskarten in die Hannover Region fahren, wie es auch von der SPD und UWG in der Samtgemeinde in ihrem gemeinsamen Antrag gefordert wurde. Gehrs berichtete aber auch von seinen Gesprächen in Hodenhagen und Walsrode. Der Erfolg des „Schwarmstedt-Tarifs“ hat sich herumgesprochen und so ist eine Ausweitung des Tarifs bis Walsrode auf Initiative der SPD-Kreistagsfraktion und der SPD-Ratsfraktionen in der Samtgemeinde Ahlden und der Stadt Walsrode beantragt.

Im Rahmen der Geschwindigkeitserhöhung auf der Heidebahn muss auch über mögliche Schließungen von Haltepunkten gesprochen werden. Im Bereich zwischen Bennemühlen standen die Haltepunkte Lindwedel, Hademstorf und Eickeloh zur Disposition. Der Bahnhof Lindwedel wird aber zwischenzeitlich sehr gut angenommen, wozu insbesondere auch der von der SPD und UWG initiierte Schwarmstedt-Tarif beitrug. Nach Angaben der Bahnvertreter bleibt Lindwedel definitiv erhalten. Für die beiden anderen Haltepunkte sieht es nicht so gut aus. Die in Schwarmstedt anwesenden Bahnvertreter verwiesen auf Gespräche mit der LNVG, die eine Schließung vorsehen.

Die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn erläuterte, dass der Bund „nur“ mit der Finanzierung beteiligt sei, die Planung aber vor Ort gemacht werden müsse. „Das muss auch so sein“, zeigte sie sich einverstanden mit dem Verfahren und wies auf die große Anzahl der Bahnübergänge hin, die im Laufe des Verfahrens gesichert oder eventuell aufgehoben werden müssten.

Hans-Wilhelm Frische machte sich als Bürgermeister der Samtgemeinde Schwarmstedt Sorgen über die Finanzierung der Sicherungsanlagen für Bahnübergänge: „Wenn alle Bahnübergänge erhalten bleiben, die jetzt festgelegt sind, dann kostet es die Samtgemeinde 7540.000 Euro. Da müssen die Mitgliedsgemeinden viel Geld schultern, das wird schwierig zu tragen.“ Aus Kostengründen werde man die Anzahl der zu erhaltenden Bahnübergänge noch einmal diskutieren müssen. Wenn die Haltepunkte Hademstorf und Eickeloh geschlossen werden, werde sich mehr Fahrgastaufkommen auf Schwarmstedt konzentrieren. Das hieße gleichzeitig, dass mehr Parkplätze geschaffen werden müssten. Er rief dazu auf, alle Kräfte zu bündeln, denn die Bahn sei, besonders wenn sie preislich attraktiv sei, ein wesentlicher Standortfaktor.

Auf Klagen aus der Versammlung über den schlechten Zustand der Züge – Heizung fällt aus, Türen lassen sich nicht öffnen, schlechter Allgemeinzustand der Waggons – erklärten die Vertreter der Bahn, „mittelfristig“ sollten neue Fahrzeuge eingesetzt werden. Auf einen konkreten Zeitpunkt wollten sie sich allerdings nicht festlegen. Für die SPD Schwarmstedt ist dies zu wenig. „Wir werden uns weiter für eine Einhaltung der Zusagen einsetzen, wie wir es bereits im Jahr 2000 mit unserem SPD- Bahnarbeitskreis gamcht haben“, so der SPD-Vorsitzende. Aus der Versammlung wurde nach der Möglichkeit einer Weiterführung der S-Bahn von Hannover bis nach Schwarmstedt gefragt. „Alles hat seinen Preis“, erklärte Michael Käufer von der DB. Wohl sei es technisch machbar, aber in einer finanziellen Größenordnung, die nicht realisierbar sei. Also werde es bei einer Anbindung bis nach Bennemühlen bleiben. Schwarmstedtedts SPD-Vorsitzender Björn Gehrs wies darauf hin, dass es nicht unbedingt entscheident ist, ob ab Schwarmstedt eine S-Bahn oder moderne Züge der Heidebahn fahren. Dies könne sogar ein Vorteil sein, wenn mit diesen Zügen schnellere Fahrtzeiten erreicht werden und man von Schwarmstedt dadurch bereits in 30 Minuten in Hannover ist, was eine S-Bahn nicht schafft. Vermisst wird in Schwarmstedt und Lindwedel aber vor allem ein kürzerer Takt. Wir möchten auch, dass von hier ein Zug alle halbe Stunde fährt, wie es bei der S-Bahn in Bennemühlen schon heute der Fall ist, erklärte Gehrs den Wunsch an die Bahn.

Zum Foto: Verteter der Bahn und Politik standen beim SPD-Ortsgespräch Rede und Antwort (v.l.n.r. Matthias Oetting (DB Projektbau), Matthias Käufer (DB Netz), Monika Griefahn (SPD-Bundestagsabgeordnete), Björn Gehrs (SPD Schwarmstedt), Dieter Möhrmann (SPD-Landtagsabgeordneter) und Samtgemeindebürgermeister Hans-Wilhelm Frische.    

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